Ein Aschenbecher für Zigaretten und einer für Zigarren sehen auf den ersten Blick ähnlich aus. In der Benutzung merkst du den Unterschied nach zehn Minuten. Eine Zigarette wird geraucht und ausgedrückt, eine Zigarre wird immer wieder abgelegt – und liegt dabei zwanzig, vierzig, manchmal neunzig Minuten. Genau dafür ist der normale Aschenbecher nicht gebaut. Hier steht, worauf es wirklich ankommt.
Warum ein Zigarrenaschenbecher anders konstruiert ist
Der entscheidende Unterschied liegt im Ablegen. Eine Zigarre wird nicht ausgedrückt – sie geht von allein aus, wenn man sie liegen lässt. Sie braucht deshalb einen Platz, an dem sie ruhig liegt, ohne zu rollen und ohne dass die Glut die Ablagefläche berührt.
Dazu kommt das Format. Zigarren haben je nach Ringmaß 15 bis 22 Millimeter Durchmesser, eine Zigarette misst rund 8 Millimeter. Die schmale Kerbe eines gewöhnlichen Aschenbechers hält eine Zigarre nicht – sie kippt heraus oder liegt schief, die Glut zeigt nach unten und die Zigarre brennt ungleichmäßig ab.
Die Ablage: eine schmale Rille reicht nicht
Achte auf drei Dinge an der Ablage:
- Breite. Die Mulde muss zum Ringmaß deiner Zigarren passen. Zu schmal heißt: die Zigarre liegt auf dem Rand statt in der Mulde.
- Länge. Eine kurze Kerbe hält nur die Spitze. Die Zigarre braucht Auflage über mehrere Zentimeter, sonst wippt sie.
- Position. Die Glut muss frei über der Schale schweben. Liegt sie auf Keramik oder Metall auf, kühlt sie einseitig ab und die Zigarre zieht schief.
Gute Entwürfe lösen das mit einer mittig gesetzten, breiten Ablage statt mit vier kleinen Kerben am Rand. Vier Kerben sehen symmetrisch aus, funktionieren aber für eine einzige Zigarre schlechter als eine richtig dimensionierte.
Tiefe und Rand: die Asche soll liegen bleiben
Es klingt gegen jede Intuition, aber: Zigarrenasche wird nicht weggeräumt, sie bleibt liegen. Asche ist ein hervorragender Isolator. Ein Aschenbecher, in dem sich Asche sammeln kann, hält die Temperatur unten und schützt das Material.
Daraus folgen zwei Maße. Erstens genug Volumen – eine Zigarre hinterlässt deutlich mehr Asche als eine Zigarette, und bei zwei Zigarren an einem Abend wird eine flache Schale schnell unansehnlich. Zweitens ein hoher, breiter Rand. Wer draußen raucht, auf dem Balkon oder der Terrasse, kennt das Problem: ein Windstoß, und die Asche liegt auf dem Tisch. Ein umlaufender Rand von mehreren Zentimetern löst das ohne Deckel.
Material: Porzellan, Beton und Aluminium im Vergleich
Hartporzellan hält hohe Temperaturen aus, die glasierte Oberfläche nimmt keinen Geruch an, es verfärbt nicht und darf in die Spülmaschine. Empfindlich ist es nur beim Sturz auf Stein.
Beton bringt Gewicht mit, steht auch bei Wind und ist praktisch unverwüstlich. Ohne Versiegelung nimmt er allerdings Geruch und Verfärbungen an, weil die Oberfläche offenporig ist.
Aluminium ist leicht und unzerbrechlich, damit gut für unterwegs. Es leitet aber Wärme und wird an der Glutstelle spürbar warm; das geringe Gewicht macht es außerdem windanfällig.
Für den festen Platz auf dem Tisch ist Hartporzellan die haltbarste Wahl: Die Glasur schließt die Oberfläche so dicht, dass sich kalter Rauch nicht festsetzt – der Hauptgrund, warum Aschenbecher nach einem Jahr riechen. Beton ist die Alternative, wenn es schwer und rau sein soll; unseren Fly Beton gibt es genau dafür.
Die richtige Größe
Zwei Fragen entscheiden: Rauchst du allein oder zu zweit, und wo steht der Aschenbecher?
Für eine Zigarre reicht ein kompaktes Format. Sobald zwei Personen zusammensitzen, brauchst du zwei Ablagen und deutlich mehr Volumen – sonst liegt die zweite Zigarre auf dem Rand. Als Orientierung: Ab etwa 25 Zentimetern Länge wird es für zwei bequem. Steht der Aschenbecher draußen, geht Gewicht vor Eleganz.
Reinigung und Pflege
Asche zwischendurch nur ausschütten, nicht auswischen – der dünne Ascheschleier auf der Oberfläche ist Schutz, kein Schmutz. Für die gründliche Reinigung gilt: glasiertes Hartporzellan darf in die Spülmaschine, Beton nicht. Verzichte in jedem Fall auf Scheuermittel und Stahlwolle; beides zerkratzt die Glasur, und in den Kratzern setzt sich der Geruch dann doch fest.
Unser Entwurf: der Fly
Der Fly ist unser eigener Entwurf und wird in einer kleinen deutschen Manufaktur aus Hartporzellan gefertigt. Jedes Stück entsteht in Handarbeit und ist damit ein Unikat – kleine Abweichungen in Glasur und Form gehören dazu.
Die Maße folgen dem, was oben steht: 26 × 14 × 7 Zentimeter, 1,15 Kilogramm. Die Ablage ist mittig gesetzt und auf das Ringmaß von Zigarren ausgelegt, die Glut liegt frei über der Schale. Der umlaufende Rand ist hoch genug, dass die Asche auch auf der Terrasse liegen bleibt. Zigaretten lassen sich ebenso ablegen. Spülmaschinenfest.
Es gibt ihn in sieben Farben – Weiß, Schwarz, Grau, Blau, Rot, Orange und Grün. Alle Farben findest du in der Kollektion Aschenbecher.
Und wenn nicht geraucht wird: der Fly als Schale
Der Fly ist bewusst so entworfen, dass er nicht nach Aschenbecher aussieht, wenn keiner gebraucht wird. Das ist kein nachträglich erfundener Zusatznutzen, sondern der Grund für die Form: eine offene Schale mit hohem Rand und einer Mulde – ohne Deckel, ohne Rauchmotive, ohne Gravur.
Damit steht er auf dem Sideboard als Ablage für Schlüssel und Brille, auf dem Esstisch mit Obst darin, im Flur für Kleinkram, im Bad für Schmuck. Die rote Ausführung verkaufen wir genau so – als Schale Fly in Rot, ganz ohne Zigarre.
Praktisch heißt das: Du kaufst kein Objekt, das elf Monate im Schrank steht und nur herauskommt, wenn Besuch raucht. Der glasierte Porzellankörper lässt sich rückstandslos reinigen, danach ist es wieder eine Schale.
Häufige Fragen
Kann ein Porzellan-Aschenbecher durch die Glut Schaden nehmen?
Nein. Hartporzellan wird bei über 1.300 °C gebrannt und hält die Temperatur einer Zigarrenglut problemlos aus. Kritisch sind nur schnelle Temperatursprünge – einen warmen Aschenbecher also nicht unter kaltes Wasser halten.
Wie viele Ablagen braucht ein Zigarrenaschenbecher?
Eine gut dimensionierte Ablage pro rauchender Person. Mehr Kerben bringen nichts, wenn jede einzelne zu schmal ist.
Warum riechen Aschenbecher nach einiger Zeit?
Weil kalter Rauch in offene Poren und Kratzer zieht. Eine geschlossene Glasur und der Verzicht auf Scheuermittel verhindern das dauerhaft.
Kann man den Fly auch als Schale benutzen?
Ja, dafür ist er entworfen. Offene Form, hoher Rand, keine Rauchsymbolik – er funktioniert als Ablage für Schlüssel und Schmuck, als Obstschale oder als Dekoobjekt. Die rote Ausführung führen wir deshalb ausdrücklich als Schale.
Geht der Zigarrengeruch wieder heraus?
Bei glasiertem Hartporzellan ja – die Oberfläche ist geschlossen, es bleibt nichts zurück. Bei offenporigen Materialien wie unversiegeltem Beton nicht vollständig.





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